Am Freitag, den 24.07.10 war es soweit – der erste Gadget-Abend in Köln fand statt.
Geleitet wurde dieser durch Linda Fischer von beta lovr und fand im hippen Büro des Kölner Start-Up’s United Prototype statt. Hier wurde für rund 60 Technik-Fans die Möglichkeit geboten sich ausreichend über Technik und die neuesten Gadgets auszutauschen.
Diejenigen, die ihrer Meinung nach ein Gadget dabei hatten, hatten die Möglichkeit es vor den Teilnehmern vorzustellen und dann in kleineren Gruppen mit Interessenten darüber zu sprechen.
Kurz nachdem ich das Samsung Wave und das Galaxy S präsentierte, wurde ich auch schon mit einer bekannten Frage konfrontiert:
Warum denn nun Bada?
Um diese Frage zu beantworten, kann man verschiedene Ansätze wählen, welche ich im Rahmen meiner Tätigkeit als Samsung Developer Advocate kennengelernt habe:
Zum einen hat Samsung als riesiger Hersteller mit Bada die Möglichkeit schnell auf Kundenwünsche einzugehen und Bada den aktuellen Trends anzupassen – hierzu wurde Bada bereits jetzt mit Technologien wie vielen Codecs und Flash-Support ausgestattet. Samsung kann die Geräte wie das Samsung Wave nach eigenen Vorstellungen gestalten und muss sich hierbei weder preislich durch Lizenzen noch auf technischer Seite bedingt durch Hardware-Anforderungen oder ähnliches binden.
Zum anderen hat Samsung nun mit Bada die Möglichkeit eine weitere Zielgruppe zu erreichen – das Featurephone Segment. Im Featurephone Bereich treiben sich bisher Telefone mit proprietären Betriebssystemen und schlechtem Langzeitsupport umher. Die Hersteller bringen regelmäßig Updates der Produktreihe heraus und können das bisherige Portfolio nicht ausreichend pflegen. Mit Bada hat Samsung die Möglichkeit ein Konglomerat von proprietären Systemen zu vereinen und eine eindeutige Produktlinie zu schaffen.
Und für wen ist das nun interessant?
Interessant ist dies vor allem für jene User, welche sich selbst nicht als Heavy-User bezeichnen. In der Fachpresse und in den einschlägigen Internetforen tummeln sich Leute, denen das Gerät und die technischen Eigenschaften besonders wichtig sind. Diese Leute möchten sich bewusst mit ihrem Handy beschäftigen und die Features des Geräts voll und ganz ausnutzen. Es gibt aber auch eine andere Welt – den Consumer.
Der Consumer möchte ein Telefon haben, welches ihn nicht in einen teuren Vertrag beim Mobilfunkanbieter bindet.
Dieser User wechselt in der Regel alle 2 Jahre durch die Vertragsverlängerung sein Telefon und möchte ein technisch und optisch ansprechendes Telefon. Hier sind vor allem Aspekte wie eine gute Kamera (beim Wave sogar mit LED-Blitz) und ein guter Musicplayer interessant. Genau hier kann Bada ansetzen.
So erhält der User die Möglichkeit (wie bei Android und iOS) Apps zu kaufen und die neuesten SocialMedia-Features zu nutzen. Der User bekommt die Möglichkeit seine Apps von Gerät zu Gerät mitzunehmen und mit den neuesten technischen Fähigkeiten zu hantieren.
Dennoch muss der User sich nicht auf einen Provider wie T-Mobile beim iPhone 4 festlegen, er selbst hat die Wahl und das zu einem Preis für den er sonst nur ein Featurephone bekommen würde.
Zusammenfassend: Was ist nun Bada?
Bada ist ein Smartphone-OS zum Featurephone Preis. Bada konkurriert nicht zwangsläufig mit Android und iOS, sondern erweitert den Smartphone-Markt um eine neue Zielgruppe.
Ich jedenfalls bin gespannt, wie sich Bada weiterentwickelt und freue mich auf die nächsten Geräte, die auf Events wie dem Samsung Local Developer Day angekündigt wurden.
Aus Entwicklersicht ist Bada interessant, da bei hier ein toller Support durch Samsung selbst besteht. Samsung ermöglicht Entwicklern zu DevDays zu kommen und bietet Support-Foren mit schnellen und kompetenten Mitarbeitern. Leute wie die Samsung Developer Advocates dienen als Schnittstelle für Fragen und mit C++ wurde eine sehr performante und weit-verbreitete Programmiersprache gewählt.
Ich möchte mich hiermit auch nochmals sehr bei den Organisatoren des Gadget-Abends in Köln und den Bada-interessierten-Teilnehmern bedanken.
Tim
PS: Wer sich einen Eindruck vom Gadget-Abend in Köln machen möchte, sollte in diese Flickr-Galerien schauen: 1. Gadget Abend Koeln und 1. Gadgetabend in Köln
An die Herren von Nokia: Sorry, dass Bada und Android interessanter waren als das N8 ;)