2010
Heute hat mich ein Artikel bei mobiFlip mal wieder darauf hingewiesen wie interessant und wichtig Custom Roms für Android sind.
Während sich der User mit dem Stock Rom auf die Konfiguration des Herstellers verlassen muss, sowie sich der Updatephilosophie großer Firmen beugen muss, hat der Custom Rom User hier neue Freiheiten.
Hierzu muss man zwei wichtige Features betrachten:
Root-Zugriff
Durch die Rechte des Superusers / Root-Users, hat der Benutzer volle Les- und Schreibrechte auf dem System. Doch was bedeutet das eigentlich?
Der Benutzer / Entwickler erlangt durch das Rooten seines Androiden die Möglichkeit Systemkomponenten auszutauschen und coole neue Funktionen zu verwenden.
Zum Beispiel lässt sich ein gerooteter Androide mit dem kurzen Befehl “adb shell reboot recovery” neustarten. Für Entwickler ist sowas interessant, wenn sie zum Beispiel das Konzept des BroadcastReceivers nutzen um ein Ereignis wie den abgeschlossenen Boot des Systems abzufangen (ACTION_BOOT_COMPLETED).
Dies wird interessant für Apps die auch nach Neustart des Systems aktiv werden sollen. Hierzu kann der Broadcast Receiver einen Service zum Updaten eines Widgets oder ähnlichem starten. Wenn man nun diese Aktion 10-20 mal manuell nutzen würde, wird sowas recht nervig. Mit der Android Debug Bridge ist es ein Einzeiler.
Modifizierte Roms
Modifizierte Roms gehen noch einen Schritt weiter und beinhalten oftmals erweiterte oder sogar komplett neue Funktionen, die entweder noch nicht im aktuellen offiziellen Rom eines Herstellers implementiert sind (jedoch bereits im GitHub verfügbar wären: Android bei Git) oder durch kreative Köpfe entworfen worden sind. Hierzu zählen oft modifizierte Themes der Applikationen / des ganzen Systems oder sogar optimierte Kernel, welche schnellere Ablaufplanungen wie BFS mit sich bringen oder sogar Übertaktung der CPU mit speziellen Apps (SetCPU) zulassen.
Für den Entwickler eröffnet sich hier also eine breite Spielwiese – er kann interessante Funktionen auf tiefstem Level implementieren und somit Funktionen wie weitere Codecs (zB Flac) beisteuern.
Genau hier beginnt dann auch der Nutzen des Users. Weitere Codecs oder sinnvoll ergänzte Apps helfen dem User im Alltag – sei es im Alltag beim Schauen eines Videos oder durch eine schnellere CPU und dadurch ein flüssigeres System.
Auch Funktionen die erst in späteren Versionen von Android implementiert worden sind, waren oftmals schon früher für Custom-Fans verfügbar. Zum einen eine sogar besser implementierte Version von Apps auf der Speicherkarte (mittels Ext2/Ext3/Ext4-Partition auf der Speicherkarte) oder auch das beliebteste Froyo-Feature “JIT” – in früheren Versionen des besonders erfolgreichen Roms Cyanogen (für verschiedene Geräte verfügbar) bereits verfügbar gewesen.
Auch stehen neuere Versionen von Android inzwischen regelmäßig erst als Custom Rom für die Geräte zur Verfügung, bevor ein offizielles Update durch den Hersteller passiert.
Die Nutzer haben also den Vorteil früher in den Genuss neuer Features zu kommen.
Wichtig ist hierbei zu unterscheiden, dass Root-Zugriff nicht automatisch ein Custom-Rom benötigt und nicht jedes Custom-Rom auch Root-Zugriff mit sich bringt. Zwar wird dies idealerweise kombiniert, jedoch gibt es hierfür keine Voraussetzung.
Für Android-Neulinge gilt der Hinweis, dass nicht jeder User Root braucht um mit seinem Gerät glücklich zu werden. Root-Zugriff ist eher für Leute, die ihr Gerät Over-The-Top bringen wollen und das Maximum aus ihrem Gerät holen möchten.
Fazit
Alles in allem fasst der Benchmark QuadrantStandard (vorsicht – Android Market Link) eindrucksvoll zusammen was ich hier beschreibe:
Während ein “normales” Nexus One mit Android 2.2 etwa 1250 – 1300 Punkte erzielt, schaffen es modifizierte Geräte sogar auf mehr als 1650 Punkte – dank Root, einem optimierten Kernel und Cyanogen.
Quelle: Quadrant-Benchmark zeigt wahre Leistungsunterschiede – Wie schnell ist euer Android-Smartphone?
